Wie gelingt mir der Wiedereinstieg nach der Elternzeit? – 5 praktische Tipps für Eltern

Wie gelingt mir der Wiedereinstieg nach der Elternzeit? – 5 praktische Tipps für Eltern

Du hast einen gesetzlichen Anspruch darauf, nach der Elternzeit wieder in deinen alten Job einzusteigen

In Deutschland haben Arbeitnehmer:innen nicht nur einen gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit, sondern das Gesetz sieht vor, dass du nach dieser Zeit wieder in deinen alten Job zurückkehren kannst. Während der Elternzeit darf dein Arbeitgeber dich nicht kündigen.

Wichtig ist aber auch: Du hast nur einen Anspruch auf die Rückkehr in eine gleichwertige Position. Genau dieselbe Stelle muss dein Arbeitgeber dir nicht während der Elternzeit freihalten. Dein Job nach der Elternzeit darf dich aber finanziell nicht schlechter stellen als vorher und er muss den Inhalten deines Arbeitsvertrags entsprechen. So darf dein Arbeitgeber z.B. nach deiner Rückkehr in den Job nicht den Arbeitsort oder die Arbeitszeiten ändern.

Grundlage für all deine mit der Elternzeit verbundenen Rechten und Pflichten liefert das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz, kurz BEEG.

Du hast übrigens auch selbst die Möglichkeit, nach oder sogar während der Elternzeit, Teilzeit zu beantragen. Denn auch für Teilzeitarbeit besteht ein gesetzlicher Anspruch. Dafür müssen aber die Rahmenbedingungen für Teilzeitarbeit erfüllt sein. Die rechtliche Grundlage liefert das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG).

Wichtig: Hast du vor der Elternzeit Vollzeit gearbeitet, muss dein Arbeitgeber dir beim Wiedereinstieg nicht zwingend eine Teilzeitstelle genehmigen. Damit du nach der Elternzeit in Teilzeit starten kannst, muss Folgendes gegeben sein:

  •   Dein Arbeitsverhältnis bei diesem Arbeitgeber besteht seit mindestens sechs Monate.
  •  Dein Antrag auf Teilzeit muss mindestens drei Monate vor Beginn der gewünschten Teilzeit bei deinem Arbeitgeber eingehen, und zwar       in  Schriftform. Im Antrag musst du auch angeben, wie die verringerte Arbeitszeit verteilt werden soll.
  •   Dein Arbeitgeber muss dem Antrag zustimmen, sofern keine betrieblichen Gründe dagegensprechen.
  •   Dein Arbeitgeber beschäftigt mehr als 15 Personen. Liegt die Zahl darunter, besteht kein Teilzeitanspruch.

So viel zum Rechtlichen. Jetzt wollen wir dir ganz konkrete Tipps geben, die deinen Wiedereinstieg nach der Elternzeit erleichtern.

Was dir die Rückkehr in den Beruf nach der Elternzeit erleichtert

1. Plane schon zu Beginn deiner Elternzeit deinen Wiedereinstieg

Die Elternzeit ist eine sehr intensive Phase, die du mit deinem bzw. euren Kindern verbringst. In dieser Zeit spielt die Arbeit eine eher untergeordnete Rolle. Das ist auch gut so, denn schließlich heißt es nicht umsonst „Elternzeit“ und nicht „Arbeitszeit“. Dennoch solltest du dir am besten schon am Anfang Gedanken über einen möglichen Wiedereinstieg machen.

Stell dir z.B. folgende Fragen:

  •       War/bin ich zufrieden mit meiner beruflichen Situation?
  •       Wohin möchte ich mich weiterentwickeln?
  •       Will ich nach meiner Rückkehr in den Job weiterhin Vollzeit arbeiten?

Aus diesen Fragen ergeben sich schon viele Handlungsschritte. Bist du z.B. nicht mit deinem bisherigen Job zufrieden, kannst du die Elternzeit nutzen, um deine Fühler nach anderen beruflichen Möglichkeiten auszustrecken.

TIPP

Solltest du noch nicht wissen, ob du nach der Elternzeit wieder bei deinem bisherigen Arbeitgeber bleiben möchtest, lass dir in jedem Fall ein Zwischenzeugnis geben. Mit diesem kannst du dich nämlich dann bei einem neuen Arbeitgeber bewerben

2. Bleib mit Kolleg:innen und deinem Arbeitgeber in Kontakt

Während der Elternzeit wird bei dir/euch sehr viel passieren und die Beziehung zwischen deinem/deinen Kindern und dir wird noch intensiver. Da kann es schnell vorkommen, dass du dich gedanklich sehr stark von deinem bisherigen Job entfernst. Das kann den Wiedereinstieg nach der Elternzeit deutlich erschweren. Denn auch bei deinem Arbeitgeber wird sich in der Zwischenzeit einiges ändern. Es gibt vielleicht neue Kolleg:innen, es werden neue Tools eingeführt oder neue Arbeitsplätze geschaffen.

Um auf dem neusten Stand zu bleiben, solltest du deshalb einen regelmäßigen Kontakt zu deinen Kolleg:innen und zum Arbeitgeber pflegen. Es spricht ja auch nichts dagegen, mit deinem Kind oder deinen Kindern gelegentlich an deiner Arbeitsstelle vorbeizuschauen. So bleibst du weiterhin ein Teammitglied und du bekommst alle wichtigen Veränderungen mit.

Nutze z.B. auch Weihnachtsfeiern oder Betriebsveranstaltungen, um den Anschluss nicht zu verlieren.


3. Sprich offen mit deinen Vorgesetzten über deine Rückkehr.

Arbeitgeber lieben Planungssicherheit. Wenn du auf jeden Fall in deinem bisherigen Job nach der Elternzeit weiterarbeiten möchtest, solltest du deinen Vorgesetzten offen und transparent von deinen Plänen erzählen. So kannst du z.B. erwähnen, wenn du in Teilzeit wiedereinsteigen möchtest oder vorhast, dich intern im Unternehmen weiterzuentwickeln. Du zeigst so einerseits, dass du dem Arbeitgeber gegenüber loyal bist, und andererseits macht das den Übergang von der Elternzeit ins Berufsleben einfacher.


4. Kümmere dich frühzeitig um eine Kinderbetreuung.

Es ist leider ein häufiger Fehler von Eltern, sich während der Elternzeit nicht mit dem Wiedereinstieg zu beschäftigen. Doch neben der Tatsache, dass du dich beruflich wieder eingewöhnen musst, müssen deine/eure Kinder auch wieder daran gewöhnen, dass Papa oder Mama wieder arbeiten gehen. Für diese Zeit brauchst du dann eine Betreuung. Wenn es keine Kita ist, solltest du auch mit Verwandten oder Freunden frühzeitig sprechen, damit diese auf deine Kleinen aufpassen können, während du wieder arbeiten gehst. 

Was Kitaplätze oder Plätze bei Tagesmüttern angeht: Darum solltest du wirklich frühzeitig kümmern, denn Plätze in diesen Einrichtungen sind rar gesät.

5. Geh den Wiedereinstieg so entspannt wie möglich an.

Ganz gleich, ob es nur wenige Monate oder gleich ein Jahr waren, für alle Eltern ist es schwer, nach der Elternzeit wieder nahtlos in den Beruf einzusteigen. Es wäre auf jeden Fall ungünstig, wenn du dich unter Druck setzt, weil zu Beginn nicht alles gleich glatt läuft. Mach dir bewusst, dass es eine Weile dauern wird, bis du dich wieder an den Arbeitsrhythmus und Abläufe sowie Prozesse gewöhnt hast.

Mit der richtigen Vorbereitung gelingt die Rückkehr in den Job einfach besser

Wenn du weißt, was du nach der Elternzeit machen möchtest, ist die Planung für den Wiedereinstieg deutlich einfacher. Das gilt übrigens auch, wenn du dich für eine berufliche Neuorientierung entscheidest. Dann solltest du auf jeden Fall die Elternzeit nutzen, um z.B. Weiterbildungen anzugehen oder dich über andere Jobmöglichkeiten zu informieren. Denn meistens kommen einem mit ein wenig Abstand zum alten Job viele neue Ideen. Die gilt es dann auf den Prüfstand zu stellen und abzuwägen. Doch ganz gleich, wie du dich entscheidest: Solange du dir treu bleibst und du dich damit gut fühlst, ist es die richtige Wahl

Was Du tun kannst, wenn du dich in der Elternzeit beruflich neu orientieren möchtest

Es gibt viele Gründe weshalb die Elternzeit zu dem Wunsch einer beruflichen Neuorientierung führt: Der Arbeitgeber passt nicht mehr zu den eigenen Werten, Arbeitszeiten, Schichten, Reisen oder der Arbeitsweg stehen den Betreuungsmöglichkeiten oder Vereinbarkeitswünschen entgegen, die Sinnsuche im Job ist unerfüllt, oder das Stresslevel ist schlicht zu hoch. Wir bei ecomex unterstützen gern in dieser Phase und haben daher ein spezifisches Angebot genau für diese Lebenssituation geschaffen: das Karrierecoaching für Mütter – natürlich sind hier auch Väter herzlich willkommen.

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